Coaching in der Natur

Rosi P. erzählt mir von ihrer Begegnung mit dem  Hirschen - Foto: ©  tfk

Rosi P. erzählt mir von ihrer Begegnung mit dem Hirschen – Foto: © tfk

Freier Blick für das Wesentliche

Wie sich doch Perspektiven ändern können! Eben noch war ich in der Hektik der Großstadt, und nun im Nationalpark Harz. Ich nehme mir ein paar Tage, um auszuspannen und nachzudenken. Keine Autos, keine Betriebsamkeit, nicht einmal andere Menschen um mich herum – ein freier Blick auf den Brocken, den Berg, der auch Dichter wie Goethe und Heine beschäftigte.

In der Abgeschiedenheit des Waldes begegne ich einer Wanderin, die sich auf einem Stein ausruht. Wir beschließen, einen Teil unseres Weges gemeinsam zu gehen. Die Mitwanderin stellt sich mir als Rosi vor. Rosi P. aus Leipzig. Nach der Wende, so Rosi, habe sie eine Zeit lang in Österreich gearbeitet. Auch dort fand sie Gefallen am Wandern in der Natur.

Auge in Auge mit einem Hirschen

Das schönste Naturerlebnis habe sie gehabt, als sie für sich allein unterwegs war. Eines Tages, im Nationalpark Hohe Tauern, habe sie in der Nähe einer einsamen Alpenhütte Rast gemacht und in die Ferne geschaut. Dann sei ein Hirsch auf sie zugekommen, immer näher – bis er irgendwann vor ihr stand, ihr direkt gegenüber, und ihr in die Augen blickte. So schauten sich Rosi und der Hirsch eine Weile an, zwei Mitgeschöpfe, einander äußerlich fremd, aber doch auf wundervolle Art und Weise miteinander verbunden.

 Beeindruckende Momente

Die Begegnung mit dem Hirschen und der gegenseitige Blick in die Augen sei ein sehr beeindruckender Moment in ihrem Leben gewesen, so Rosi. Ich fühle mich erinnert an eine Schlüsselszene aus dem Film „Die Queen“. Elisabeth II. und ein Hirsch in den schottischen Highlands. Kein anderer Mensch weit und breit. Die Begegnung rührt an, es ist geradezu paradox: In der Einsamkeit erkennt die Königin, dass sie nicht allein ist und kann so ihr schwieriges Verhältnis zu ihrem Volk überdenken und es letztlich für sich zurückgewinnen.

Es gibt die ganz großen, die wichtigen Dinge…

Die filmische Umsetzung mag etwas dick aufgetragen sein. Rosis Schilderung klingt dagegen sehr authentisch. Ich erspüre, was damals in Rosi vorgegangen ist und was sie durch ihre Schilderung jetzt wieder wachruft. Es gibt die ganz großen, die wichtigen Dinge, die ein Menschenleben überdauern. So wie ein Sternenhimmel in klarer Sommernacht fernab der Großstadtlichter. Das sind Dinge, für die wir im Alltag blind geworden  sind, weil wir uns keine Ruhe mehr gönnen, sie wahrzunehmen. Auch bei mir hat sich etwas bewegt. Danke, Rosi, für diese wunderbare Geschichte!

„Es ist viel klüger, du entziehst dich von Zeit zu Zeit deinen Beschäftigungen, als dass sie dich ziehen und und dich nach und nach an einen Punkt führen, an dem du nicht landen willst.  [...] Wenn du dein ganzes Leben und Erleben völlig ins Tätigsein verlegst und keinen Raum mehr für Besinnung vorsiehst, soll ich dich da loben? [...] Wie kannst du aber voll und echt ein Mensch sein, wenn du dich selbst verloren hast? [...] Gönne dich dir selbst!“
Bernhard von Clairvaux (um 1090 – 1153)
in einem Schreiben an Papst Eugen III.

Sie möchten Perspektivwechsel und interessieren sich für ein Coaching in der Natur? Sprechen Sie  mich an.

Bisher im Angebot: Nationalpark Eifel (Heimbach), Nationalpark Harz (Bad Harzburg), Nationalpark Wattenmeer (Wangerooge). Jeweils mit begleiteter Wanderung und kulinarischen Pausen. Weitere Orte auf Anfrage.

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